6. Kraftsuppen

Ein wichtiges Wort vorab: Kraftsuppen sind eigentlich keine Suppen! Sie sind mehr Heilbrühe, und werden getrunken wie ein Arzneitee: d.h. man kocht einen großen Topf Suppe, diese wird durch ein  Sieb gestrichen in einen anderen Topf. Von diesem Vorrat, der 3 Tage im Kühlschrank haltbar ist, trinkt man  jeden Tag 3 mal eine aufgewärmte Tasse . Oder man nehme die Brühe als Grundlage für eine richtige Suppe fürs Mittagessen.

Kraftsuppen sind Energiespender und ein kleines Ernährungswunder

In der dunklen Jahreszeit wird unser Organismus oft mehr gefordert als sonst - und das nagt an den Kraftreserven. Ein Energiespender, der zugleich die körpereigene Abwehr stärkt, ist die traditionelle Kraftsuppe. Sie enthält viele Nähr- und Mineralstoffe, ist unkompliziert in der Herstellung und zudem noch ein kleines Ernährungswunder.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) hat die Kraftsuppe bereits seit über zweitausend Jahren ihren festen Platz. Als unterstützendes Heilmittel wird sie bei unterschiedlichsten Erkrankungen eingesetzt. Auch als tägliches Süppchen genießt man sie gern, denn sie wirkt stärkend, vorbeugend und heilend. Ihre kräftigende Wirkung entfaltet sich dadurch, dass sie besonders lange gekocht wird. Wo man zunächst denkt, dass durch den langen Erhitzungsprozess nicht mehr viele Nährstoffe übrig bleiben, ist das Gegenteil der Fall: Den zugefügten Lebensmitteln werden wichtige Nährstoffe entzogen. Dadurch wird ein dichtes Netz aus Mineralstoffen und Spurenelementen in der Flüssigkeit angereichert.

 Die Milz als Verdauungsorgan wird nicht belastet, sondern gestärkt, ebenso die anderen Organe, die je nach Zusammenstellung der Suppe Zielgruppe werden.„Durch den regelmäßigen Verzehr ist man auf allen Ebenen gut versorgt. Kraftsuppen sind auch ideale am Arbeitsplatz. In einer Thermosflasche mitgenommen versorgen sie einen Zwischendurch mit Energie auch wenn man keine Zeit für eine richtige Frühstückspause hat, oder ansonsten einen Schokoriegel zwischendurch futtern würde.

 

 

 

 

Grundrezept Kraftsuppe

Auf 3 l Wasser kommt ein Drittel Gemüse (es können auch gemischte Zutaten sein wie zum Beispiel Gemüse, Getreide, Kräuter). Grundsätzlich sind Wurzelgemüse wie zum Beispiel Möhren und Gemüse der Saison zu empfehlen. Auch Gemüsereste, die man sonst wegschmeißen würde, wie zum Beispiel Petersilienstängel oder Kohlrabiblätter, können hier gut verarbeitet werden.

Die Suppe zwei bis drei Stunden auf kleiner Flamme köcheln. Danach nach Belieben würzen. Bei Fleischzusatz empfiehlt es sich, die Suppe circa zwei Stunden länger zu kochen.

Die Flüssigkeit kann bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt und auch als Grundfonds oder Aromaträger für weitere Gerichte verwendet werden.

 

Kraftsuppen sind aber viel mehr als nur das:

Sie können aus vielen verschiedenen Zutaten bestehen und dadurch die unterschiedlichsten Heilwirkungen auf den Körper haben.

Allen voran stehen die dicken Suppen und Breie aus Getreide. Vor allem zum Frühstück empfiehlt sich eine Kraftsuppe aus Getreide.

Einfache und leckere Rezepte für Getreidesuppen für den Morgen gibt es im Rezepteteil.

 

Kraftsuppen mit chinesischen Heilkräutern:

In Suppenrezepten sehen wir die enge Verbindung von Medizin und Kochkunst. Auch die Tee-dekokte der chinesischen Heilkräutermedizin heißen auf chinesisch   ( pinying): Suppen. Wiederum werden viele Heilkräuter in China auch zur Zubereitung von Suppen verwendet, um damit der Nahrung eine ganz spezielle Wirkung zu geben.

Für den Hausgebrauch sind die Kräuter schwer zu beurteilen, ich habe aber einige herausgesucht, die ich im Rezeptteil besprochen habe, und die ich empfehlen kann.

 

 

 

 

 

Verschiedene Kraftsuppen:

Reissuppen sind in Asien eine uralte Medizin. Man findet diverse Rezepte schon in uralten Schriften und Lobpreisungen über ihre Heilkraft.

Buddha sagte: Die Reissuppe schenkt 10 Dinge:

-Leben und Schönheit

- Leichtigkeit und Kraft

-sie vertreibt Hunger, Durst und Wind

- sie reinigt die Blase und die Niere und stärkt die Verdauung

Nach Buddha Shakyamumi ist die Reissuppe, angereichert mit etwas Milch und Honig die gesündeste Nahrung.

Tatsächlich wird in den meisten Gegenden Chinas zum Frühstück Reissuppe gegessen, allerdings angereichert mit Gemüse, Fleisch, Fisch, Eiern, etc.

Sie schmeckt extrem langweilig, eben nur nach Wasser, wird aber zusammen mit würzigen Fleich oder Gemüsebällchen gereicht.

Das Congee führt dem Körper aber wesentlich mehr Energie zu, als er für die Verdauung der Speise braucht. Dadurch wird es in China auch für Säuglinge statt Muttermilch gegeben, oder sehr geschwächten Patienten.

In unserem Breitengrad, kann es Menschen helfen, die ihre Verdauung einfach eine Zeitlang entlasten und sich innerlich reinigen wollen ( statt fasten).

Reissorten:

Man unterscheidet erstmal zwischen Vollkornreis und polierten Reis. Da dem polierten Reis die meisten wertvollen Nährstoffe (Vitamin B1, B2, Niacin, Eisen, ..)entzogen sind, sollte dieser nur für Menschen mit sehr geschwächter Verdauung oder als Einstieg in das Kochen mit Getreide genommen werden.

 

Es gibt viele verschiedene Reissorten ( rundkorn, langkorn, süßer, Duftreis, etc.).

Sie unterscheiden sich leicht in ihrer Wirkung, wobei alle eine stärkende Wirkung auf Milz und Magen haben. Man sollte bei normaler Ernährung einfach den Reis nehmen den man am liebsten mag.

Reissuppen- Grundrezept- das einfachste, bekömmlichste und langweiligste Gericht der Welt!!

Man kocht Reis mit Wasser in einem Verhältnis von etwa 1:6. Der Reis quillt sehr stark auf, d.h. man braucht einen recht großen Topf. Nach dem Aufkochen wird der Reis nur noch auf kleinster Flamme geköchelt und zwar 3-4 Stunden lang. Je länger er kocht, desto mehr stärkt er Qi und Blut.

 

Das Grundrezept ergibt unendlich viele Variationsmöglichkeiten. Z.B. zum Frühstück einfach etwas Milch und Honig dazu, oder Früchte, .....