Frühjahr- Holz- Element,

Frühlingszeit ist die Zeit des Neubeginns, des Wideraufwachens. Es werden neue Pläne geschmiedet oder endlich in Angriff genommen, die Knospen sprießen, die Natur wird grün. Frühling ist eine eine Zeit für die Regeneration der Kräfte, Entgiftung, die winterlichen Schlacken hinter sich lassen.....Dies alles geschieht in uns durch den Kreislauf der Natur. Unsere Energien und Organe gehen mit diesem Kreislauf der Jahreszeiten mit .Die Zeit des Frühlings ist die Phase des Holz- Elementes. Dieses Holz- Element in uns können wir pflegen und versuchen zu verstehen, damit wir die natürlichen Energien unterstützen können, und nicht im sogenannten Frühlingsloch, bzw. der Frühjahrsmüdigkeit gefangen werden.

Das Zeichen für Holz

 

Mu= Holz: Dies ist das Element welches die Natur am deutlichsten widerspiegelt. In jeder Pflanze, in jedem Baum begegnet uns die Qualität des Holzes. Das Schriftzeichen zeigt einen Baum: oben die Zweige, unten die Wurzeln und in der Mitte der Stamm. Der Baum ist fest im Boden verankert, er wächst sein ganzes Leben weiter, breitet sich in seiner Krone aus, strebt nach oben. Er muss biegsam sein um im Sturm nicht zu brechen und trotzdem fest.

Die Essenz des Holzes ist:

-beginnende Aktivität ( erste grüne Knospen im Frühling, Geburt)

- Wachstum (ungehinderte freie Entfaltung zu allen Seiten)

- Flexibilität

- Verwurzelung

 

Ein chin. Terminus , der zur Leber gehört ist Jin und bezeichnet das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Bändern. Das Schriftzeichen zeigt einen Bambus, eine immergrüne Pflanze, die schnell in die Höhe wächst, sehr biegsam und flexibel ist und dennoch sehr stabil und fest. Regelmäßiges Training im Taiji verspricht die Geschmeidigkeit von Bambus und die Kraft eines Holzfällers.

             Holz im Menschen

  1. beginnende Aktivität
  2. Wachstum:

Wachstum bezieht sich auch auf das Wachsen unserer Pläne, unserer Unternehmens, das Aufkeimen der Saat in jeglicher Hinsicht.

  1. Flexibilität
  2. Verwurzelung

 

Die Emotionen und das Leber Qi

Eine entspannte Leber drückt sich im geistig-emotionalen Bereich durch Spontanität, Kreativität, Toleranz und organisatorischem Geschick aus.

Die Leber hasst es unter Druck zu geraten. In der Holzphase, also die frühe Kindheit ist es für die freie Entfaltung der Leber- Kraft sehr kontraproduktiv zu früh unter Leistungsdruck zu geraten. Die Leber liebt Entspannung und Freiraum. Alles was wächst braucht ausreichend Raum zum Wachsen.

Ein Mensch mit einer angespannten Leber hat wenig Spielraum für sich. Er fühlt sich eingeengt in seinen Entfaltungsmöglichkeiten, sei es im beruflichen oder auch im familiären Bereich. Es entsteht Gereiztheit und Zorn ( die neg. Emotionen des Holzes). Die Aggressionen richten sich entweder nach außen oder auch nach innen .Wenn wir eine kraftvolle Leber und Gallenblase haben, besitzen wir auch den Mut und die Pläne uns unsere Freiheit wieder zu ergattern.

Eine gute Physiologie schafft uns den Raum den wir brauchen für die Ausübung unserer Kreativität und unserer inneren Möglichkeiten.

Geistige Übungen wie Meditation oder Taiji helfen, den inneren Raum in uns wieder zu erlangen, Blockaden zu beseitigen und den Energiefluss wieder frei fließen zu lassen. Ebenso hilft Sport und Bewegung die Stagnation zu lösen.

   Zorn ( energetisch eine Yang- Fülle)ist nichts anderes als zusammengeballtes und stagniertes Qi. Diese Blockade kann sich durch überschießenden Wutausbrüchen versuchen zu lösen, oder auch durch ewiges Jammern und Seufzen. Dies kann sich auch durch Depression, ( unterdrückte Wut) und fehlendes Gefühl der Freude äußern. Alles in uns ist dann „ niedergedrückt“, bzw. niedergeschlagen.

Was haben die alten Chinesen unter „Wut“ verstanden? Antwort können uns die ursprünglichen Schriftzeichen der sogenannten Siegelschrift geben. Sie bestehen aus stilisierten kleinen Zeichnungen (Piktogramme) und geben häufig Auskunft über das, was die Wörter ursprünglich bedeutet haben könnten. Das Zeichen für den chinesische Begriff Nu = Wut zeigt oben das Zeichen für Sklave, Knecht (Nu), darunter das Zeichen für Herz (Xi).

Das Zeichen für Sklave oder Sklavin setzt sich zusammen aus: Frau (Nü) und rechte Hand (Yu). Dies ergibt: Die Sklavin wird von der Hand des Herrn niedergehalten, was in ihr unterdrückte Wut hervorruft.

Dies alles führt zum Leber- Qi- Stagnations-Syndrom, das bespreche ich gleich genauer.

Eine Form der Wut ist leicht mit Trauer zu verwechseln, der Grund ist aber jeweils ein anderer.

Diese unterdrückte Wut ist ein häufiger Grund für viele somatische Erkrankungen. Die Wut im Bauch akkumuliert sich und schlägt auf unsere Organe, auf den Magen in Form von Gastritis oder Gallenblasensteinen, und vieles mehr.

Typische Leber- Qi- Symptomatiken: Kloß im Hals ( alles wird runtergeschluckt), Blähbauch, Druckgefühl im Bauch, v.a. unter Rippenbogen, wie ein Stein im Bauch, Menstruationsprobleme, v.a. PMS, sogar kalte Hände, Schlafstörungen, Kribbelnde Füße und alle leicht reizbaren psychischen Zustände. 

 

Wut

Da Alkohol kurzfristig eine sehr Qi bewegende Wirkung hat, ist der dauernde Griff zur Flasche hier zwar sehr verständlich aber ein fataler Kreislauf.

Leber Qi Stau ist in unserer Welt ein sehr häufiges Problem und lässt sich durch Akupunktur, Ernährungstherapie, Bewegungsübungen und der Einsicht nach Veränderungen des jeweiligen Lebensproblem stark bessern.

Raus mit der Wut oder runter schlucken? ( sofern man kein Meister der Emotionen ist und niemand anderes mit seiner Wut verletzt!!)

In dem einen Fall wird zu viel Holz-Qi bereitgestellt. Es steigt explosionsartig nach oben. Im anderen Fall reicht es nicht aus, um die Wut heraus zu bringen und der Betroffene frisst alles in sich hinein.

Menschen, die über starkes Leber-Qi verfügen, drücken ihre Wut meist aus.

Diejenigen, deren Leber-Qi stagniert, schlucken die Wut eher herunter und unterdrücken letztlich ihr Selbst. Irgendwann bringt dann der Tropfen das Fass zum Überlaufen und aus meist geringem Anlass heraus kommt es zu einem Wutanfall. Solchen Menschen kann man nur raten, nicht zu warten, bis das Fass voll ist, sondern die Wut möglichst gleich heraus zu lassen.

Wie hilfreich Wut sein kann, beschreibt der Philosoph Hermann Graf Keyserling: „Wie viele Stunden erhöhter psychischer Fruchtbarkeit verdanke ich – Wutanfällen, die man bekanntlich nie haben soll, schon gar nicht, wenn man Philosoph ist! Solche Durchschüttelung und Durchrüttelung des ganzen Organismus bringt mir das Unbewusste am schnellsten an die Oberfläche und in Aktion. So dass ich mir, wo ich das Gefühl habe, produzieren zu können, oft wirklich Anlass zum Ärger schaffe, falls gerade keiner vorliegt.

 

Gewinnen Sie der Wut also durchaus ihre positiven Seiten ab. Erkennen Sie sie als das, was sie ist: Ein Gefühl, das aufkommt, wenn wir uns in unserer Autonomie eingeschränkt, respektlos behandelt oder in anderer Art und Weise herabgesetzt fühlen. Zögern Sie nicht, dieses Gefühl unmittelbar auszudrücken: „Das ärgert mich...“, „Das finde ich nicht gut...“, „Dazu muss ich etwas sagen...“

 

Die Organe des Holzes

Die zugehörigen Organe des Holzes sind die Leber und Gallenblase. Die Leber hat die Aufgabe Säfte und Blut zu speichern und dem Körper zur Verfügung zu stellen. Sie ist die Verarbeitungs- und Verteilungszentrale. Sie verteilt die Energie an alle Zellen und Organe im gesamten Körper. Die Leber nährt die Augen , die Muskeln bzw. den Muskeltonus der Anspannung oder Schlaffheit im ganzen Körper bewirkt, die Sehnen und die Nägel. Außerdem ist die Leber verantwortlich für unsere Blutqualität und- Menge. Die Leber ist somit innerhalb der TCM sehr wichtig und taucht daher in sämtlichen Diagnosen recht häufig auf. Wird die Leber wegen Dauerstreß z. B. mit besonders vielen Stresshormonen blockiert oder mit zu vielen Giften, wird die Leber „überarbeitet“. Sie spannt sich an, die Energien fliessen nicht mehr frei.

Der Energiefluss blockiert, nach der fünf Elemente Theorie zuerst im Magen- und Darmbereich mit Symptomen wie z. B.:

• Magenschleimhautreizungen und -entzündungen
• Übelkeit
• Völlegefühl
• Sodbrennen
• Durchfall
• Verstopfung

Später folgen dann die Augen, z.B. trockene oder tränende Augen, Fehlsichtigkeiten, müde Augen, etc Störungen zeigen sich in muskulären Verspannungen, Verkrampfungen, Blutmangelsymptomen, wie trockene Haut und Haare, Schlafprobleme, Nervosität, Kopfschmerzen, v.a. Migräne, Müdigkeit u.a.

Desweiteren sind die Energieblockaden gerade auf dem Lebermeridian zu spüren. Der Lebermeridian führt aufwärts entlang der Innenseite der Beine um die Geschlechtsorgane, jeweils seitlich aufwärts durch die Brustwarzen, weiter durch den Hals zu den Augen.

Die Leber ist der innere yin Aspekt des Organpaares, verantwortlich für innere Störungen wie oben beschrieben, die Gallenblase ist der Yang- Aspekt, der äußere Aspekt. Die Gallenblase schützt uns vor äußeren Einflüssen und wird bei Wind- Erkältungen, Heuschnupfen, Zug im Nacken etc, behandelt.

Um aus diesem Kreislauf der Stagnation raus zu kommen ist es wichtig die Energien wieder zum fließen zu bringen.

Bewegung ist eine sehr wichtige Maßnahme, reicht aber bei starken Symptome häufig nicht allein mehr aus, zumal bei starker Symptomatik die Kraft dafür einfach fehlt.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin bewährt sich immer wieder hervorragend die Akupunktur. Zusätzlich mit Kräutern wird der Körper angeregt die Energie wieder zum zirkulieren zu bringen, die Organe können wieder ungehindert arbeiten. Die körperliche Selbstheilung setzt wieder ein, die Leber kann wieder den Körper gut entgiften und wir finden zu unserer alten Kraft zurück.

 

Die Chinesen bezeichnen die Gallenblase als den Sitz von Mut und Entschlossenheit. Eine andere Emotion, die zur Gallenblase gehört ist die Entscheidungsfähigkeit, bzw. die Unfähigkeit sich zu entscheiden. Dies zeigt eine Blockade der Gallenblase an und kann durch inneren oder äußeren Stress ausgelöst werden.

 

Die Leber- Energie zeigt sich in der Entfaltung ihrer Dynamik und ihrer Fähigkeit Pläne zu haben. Die Gallenblase besitzt die Entschlossenheit diese auch auszuführen.

 

 

  1.  Ernährung im Holz

Alle Nahrungsmittel mit saurem Geschmack werden dem Holzelement zugeordnet. Ebenso grüne Nahrungsmittel, also z.B. Joghurt, unreifes Obst, Salate, Essig, Avocado, Sprossen, grüne Mango,Spinat, Manold, Brokkoli, etc. Ebenso gibt es einige Lebensmittel die aufgrund ihrer Wirkung direkt dem Holzelement zugeordnet werden: Huhn, Ente, Dinkel, Grünkern, Weizen. Fast alle sauren Nahrungsmittel wirken erfrischend, was für die hitzigen Holzorgane sehr günstig ist. Dadurch werden Säfte genährt und Hitze gekühlt. Insbesondere bei Wut und Zorn- Zuständen werden die Organe erhitzt- die kühlende Wirkung eines frischen Joghurts ist da eine weit bessere Medizin, als erhitzender Alkohol. Sauer macht also tatsächlich lustig, weil es Leber und Gallenblase kühlt und dadurch entspannt. Aber Vorsicht! Der saure Geschmack lenkt die Energien des Körpers nach innen und unten. Daher ist sauer nichts für bereits bestehende Qi Stagnation. Diese kann dadurch verstärkt werden. Erfrischende Nahrungsmittel wie Blattgemüse oder Salate bauen die Säfte auf, denn die Leber neigt zu einem Blut oder Yin- Mangel.

Im Sommer sorgen erfrischende Früchtetees wie Hibiskus oder Hagebutte ( beide leicht säuerlich) einem Säftemangel entgegen. Früchtetee ist also ideal im warmen Klima oder bei emotionaler Anspannung. Ein gutes Rezept bei Schlafproblemen aufgrund von Leberblutmangel: Weizentee!!! Einfach eine handvoll Weizenkörner 40 Minuten lang köcheln lasssen. Evtl. noch Datteln dazugeben .Doch sollte man immer aufpassen , Saures und abkühlendes wie rohes Obst , Joghurt nur in kleinen Mengen zu sich zu nehmen, da ansonsten die Verdauungskraft davon geschädigt werden kann. Sauer und abkühlend mag zwar die Leber, aber die Milz mag es gar nicht und kann davon sehr geschwächt werden. Das muss jeder für sich selber, und seinem Temperament entsprechend bestimmen.

Vollkorngetreide haben generell eine sehr harmonisierende Wirkung auf den Organismus. Im Holzelement ist besonders hervorzuheben: die Gerste: wirkt leicht erfrischend, Säfte nährend, Weizen wirkt kühlend, sollte daher bei Kälte- Mangel- Konstitutionen vermieden werden, dann eher auf Grünkern zurückgreifen.

Um die Holzorgane zu stärken könnte man Dinkel oder Weizen zusammen mit Blattgemüse und frischen Sprossen oder frischen grünen Kräutern kombinieren. Eine sehr leckere Art sich zu entspannen .

Die meisten Frühjahrskuren basieren auf Kräutern; z.B. Blutreinigungskur mit frischem Bärlauch, Brennesselsaft, Löwenzahnblätter, ....die Leber freut sich sehr darüber, das Blut wird aufgebaut, dadurch fühlen wir uns psychisch und körperlich widerstandfähiger und ausgeruhter.

Frische Kräuter!!!! Schnittlauch, Petersilie( wunderbar eine wahre Eisen-und Mineralstoffquelle), z.B. Pellkartoffeln mit frischen Kräuterquark...

Im Frühling sollte man den Alkohol, Fleisch und Fett- Konsum reduzieren um die Leber- Und Gallenblase zu entgiften, und sich hauptsächlich von frischen Gemüsegerichten, gekochte Getreidekörner und viel frischen Kräutern ernähren. Dies sorgt auch psychisch für Entspannung, weil leichte Pflanzenkost erleichtert die Organe des Holzelement und sorgt dadurch für einen entspannten Fluss des Qi`s.

Ebenso wichtig wie die Leber zu stärken ist es aber auch, Milz und Magen zu stärken, damit die Leber gar keine Chance bekommt dieses anzugreifen

 

 





Meine Buchquellen sind v.a. die  5-Elemente Reihe von A. Noll und U. Lorenzen.